03.01.2018

Erfahrungsbericht ORSA-Prozess in zeb.control – Umgang mit aktuellen Herausforderungen


Ausgangssituation

Seit der Vorbereitungszeit für Solvency II haben Versicherungsunternehmen umfangreiche Erfahrungen mit der Durchführung von ORSA (own risk and solvency assessment) gesammelt. Die regelmäßig eingereichten ORSA-Berichte wurden von der BaFin inzwischen analysiert. Im Rahmen dieser Analyse hat die Aufsicht Handlungsbedarfe identifiziert und die Ergebnisse veröffentlicht.[1] Die Anmerkungen der BaFin als auch die aktuellen Kundenfeedbacks des zeb spiegeln an vielen Stellen die Bedarfe nach flexiblen, revisionssicheren und auch softwarebasierten Prozessen wieder.


Aktuelles zu zeb.control Modul Säule II

Das Modul Säule II in zeb.control deckt die ORSA Anforderungen zur Erhebung und Visualisierung der quantitativen Ergebnisgrößen ab. Anfang 2017 wurde die aktualisierte und vollintegrierte Lösung (Säule I, II und III) zur Verfügung gestellt und an die Kunden ausgeliefert. Durch die Integration aller drei Säulen in einer Software kann innerhalb der Säule II auf die in Säule I berechneten Kennzahlen zurückgegriffen werden. Die Prozessschritte der Säule II sind integriert in den bestehenden Prozess der Säulen I & III, die vorhandenen Reporting- und Analysefähigkeiten der Säule III werden wiederverwendet. 

Die folgende Übersicht gibt einen Eindruck zum Funktionsumfang der Säule II:

  • Vollständige und konsistente Abbildung und Unterstützung eines mehrjährigen ORSA-Planungsprozesses für VU (Solo) und Gruppen, mit dem die zukünftige Bedeckung für alle Einzelunternehmen sowie die ganze Versicherungsgruppe projiziert werden
  • Vollständige Analyse gemäß ORSA durch diverse Simulationstypen (z.B. bzgl. Zeithorizont, zu verwendende Daten und Parameter sowie individuelle Strukturen für den OSN Risikobaum oder die Konzernstruktur) mit Untergliederung in externe Events und interne Entscheidungen sowie in Marktwert-Simulation, Risiko-Simulation, strategische Geschäftsentscheidungen und taktische Managementregeln
  • Definition von verschiedenen Szenarien unter Berücksichtigung des eigenen Risikoprofils für das VU und Durchführung der Bewertung der wesentlichen Kennzahlen
  • Übersichtliches und gut strukturiertes Set an Reports über die Simulationsergebnisse für die Analyse des Risikos und der Solvabilität

Die verschiedenen Szenarien mit unterschiedlichen Risikobäumen, die Projektionen über einen definierten Zeithorizont und die Gegenüberstellung von Ergebnissen aus verschiedenen Szenarien sind in den folgenden Abbildungen dargestellt.

Abb.1

Abb.1: Verschiedenen Szenarien mit unterschiedlichen Risikobäumen


Abb.2

Abb.2: Projektionen über einen definierten Zeithorizont


Abb.3

Abb.3: Gegenüberstellung von Ergebnissen aus verschiedenen Szenarien


Durch die dargestellte Herangehensweise sind die Anwender in der Lage sich schnell mit den wesentlichen Risiken auseinanderzusetzen, diese zu simulieren und schnell zu konsistenten Ergebnissen zu gelangen.


Neben der integrierten Verwendung der Säule II über alle Säulen (I, II und III) ist die Säule II Lösung auch autark als eigenständige Lösung einsetzbar.


Kundenfeedback zur Umsetzung

zeb.control wurde in 2017 für die Erstellung des ORSA in verschiedenen Kundensituationen verwendet. Die umgesetzte Lösung mit ihren Funktionalitäten hat sich in der Praxis bewährt. Die zeb-Kunden heben die enorme Unterstützung bei der Prozessautomatisierung hervor. Dies beginnt bereits beim Datenimport. Durch die Anbindung von Vorsystemen an die standardisierte Schnittstelle von zeb.control wird eine fehleranfällige, manuelle Datenanlieferung vermieden. Hinzukommt: Durch die Integration in die Säule 1/3-Lösung nutzen die zeb-Kunden die Vorteile von zeb.control.regulatory – Solvency II als konsistentes Planungs-Framework und können so bereits einen Großteil der Datenanlieferungen für den Basisstichtag vermeiden. Dies erleichtert auch die Aggregation der Gruppe, da Datenanforderungen der einzelnen Tochtergesellschaften minimiert werden und der Abstimmungsbedarf reduziert wird. Zudem wird so die Konsistenz der einzelnen Meldungen an die Aufsicht auf Solo- und Gruppen-Ebene sichergestellt, was von den zeb-Kunden gerne lobend hervorgehoben wird.


Darüber hinaus weist der Projektionsansatz sehr schnelle Rechenzeiten auf. Dies erleichtert nicht nur die tägliche Arbeit mit dieser Softwarelösung, sondern ermöglicht ein schnelles Feedback für mögliche Geschäftsentscheidungen. Nicht selten wird die Projektion in Abstimmungsrunden mit dem Vorstand verwendet, um direkt eine Indikation für mögliche Auswirkungen abzuleiten.


Die von zeb.control erstellten Berichte sind ein Bestandteil der ORSA-Berichte der zeb-Kunden und beschleunigen so die Berichterstellung. Zusätzlich schätzen die zeb-Kunden die Möglichkeit, den Inhalt weiterer, eigener Berichte innerhalb von zeb.control zu definieren und so die Berichterstattung zu individualisieren.


Projekterfahrungen

Der effiziente Projektionsansatz innerhalb von zeb.control ersetzt bei den zeb-Kunden komplexe Excel-Landschaften und reduziert dadurch erheblich den manuellen Aufwand in der verantwortlichen Abteilung. Durch diesen revisionssicheren Ansatz werden Inkonsistenzen vermieden. Des Weiteren können ORSA-Projektionsrechnungen wegen des schnelleren Erstellens von Ergebnissen stärker bei geschäftsstrategischen Entscheidungen berücksichtigt werden. So wurde die Projektionslogik bereits erfolgreich bei unterjährigen Ad-hoc-ORSA-Berichten eingesetzt. Dies begünstigt insgesamt das Ziel des ORSA, Managemententscheidungen und das Risikomanagement stärker zu verzahnen. Die zeb-Kunden fördern diese Verzahnung, indem Sie Projektionsrechnungen innerhalb von zeb.control auf bestehenden Planungen aufbauen. So wird zum Beispiel eine mittelfristige und hausintern bekannte HGB-Planung berücksichtigt, um möglichst konsistente Annahmen in der Marktwert-Sicht abzuleiten. Dieses Einbetten in die bestehende Planungslandschaft erleichtert nicht nur die Prüfung auf Plausibilität, sondern erhöht auch die Akzeptanz der ORSA-Ergebnisse. Die folgende Abbildung zeigt Herausstellungsmerkmale zum ORSA-Prozess in zeb.control.


Abb.4

Abb.4: Herausstellungsmerkmale zum ORSA-Prozess in zeb.control


Ausblick

zeb deckt mit zeb.control wesentliche und umfangreiche Anforderungen im Umfeld des ORSA ab. Für die stetige Aktualisierung des Funktionsumfang, speziell auch vor dem Hintergrund der weiter aufkommenden Anforderungen aus Sicht der Aufsicht, nimmt zeb die Kundenfeedbacks zur eingesetzten Software und der damit verbundenen Funktionalität regelmäßig auf. Die Kundenfeedbacks fließen in den Releaseprozess von zeb.control ein und verbessern so stetig die Usability, das Handling und den Funktionsumfang der Software. Auf Basis der bestehenden Software sowie der aktuellen Praxiserfahrungen in Kombination mit den von zeb angestrebten Entwicklungsschritten sieht zeb mit zeb.control eine optimale Lösung zur Abdeckung der individuellen ORSA Anforderungen in Kundensituationen.


[1]Siehe auch: BaFin Journal 9/2017: ORSA-Berichte


News als PDF herunterladen